Der aktuelle Stand
Die Videosprechstunde ist in deutschen Arztpraxen angekommen. Laut KBV-Daten nutzen mehrere tausend Praxen regelmäßig Videotermine. Das ist mehr als vor 2020, aber weniger als in den Hochphasen der Pandemie.
Die anfängliche Euphorie ist einer nüchterneren Einschätzung gewichen. Telemedizin hat ihren Platz gefunden – als Ergänzung zur Präsenzmedizin, nicht als deren Ersatz.
Was sich etabliert hat
Die Befundbesprechung per Video
Laborwerte, Röntgenbilder, Facharztberichte: Viele Befundbesprechungen erfordern keinen physischen Kontakt. Hier hat sich die Videosprechstunde bewährt. Patienten sparen den Anfahrtsweg, Ärzte können die Zeit effizienter nutzen.
Kontrollen bei stabilen Chronikern
Diabetiker, Hypertoniker, Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen – bei stabilen Verläufen lassen sich viele Kontrolltermine per Video durchführen. Die Messwerte werden vorab übermittelt, das Gespräch ersetzt nicht die Untersuchung, sondern ergänzt sie.
Schnelle Rückfragen
"Ist diese Nebenwirkung normal?" "Soll ich das Medikament weiter nehmen?" Solche Fragen lassen sich oft per Video in wenigen Minuten klären. Früher erforderten sie einen Praxisbesuch oder blieben unbeantwortet.
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Was sich nicht durchgesetzt hat
Die reine Telemedizin-Praxis
Praxen, die ausschließlich auf Videosprechstunden setzen, bleiben die Ausnahme. Die meisten Erkrankungen erfordern irgendwann eine körperliche Untersuchung. Das hybride Modell – teils Video, teils Präsenz – hat sich als praktikabler erwiesen.
Der Ersatz für den Hausarzt
Die Vorstellung, dass Patienten künftig ihren Hausarzt per App wählen und nur noch per Video konsultieren, hat sich nicht bewahrheitet. Die meisten Patienten wollen ihren Arzt kennen – und das erfordert persönlichen Kontakt.
Telemedizin für alle Patienten
Nicht jeder Patient kann oder will Videosprechstunden nutzen. Ältere Patienten ohne Smartphone, Menschen mit kognitiven Einschränkungen, Patienten in Pflegeheimen – für sie bleibt die Präsenzmedizin unverzichtbar.
Technische Entwicklungen
Bessere Verbindungen
Die Qualität von Videoverbindungen hat sich verbessert. Moderne Peer-to-Peer-Technologien ermöglichen stabile Verbindungen auch bei mittelmäßigem Internet. MeetOne setzt auf direkte Verbindungen zwischen Arzt und Patient, ohne dass die Daten über zentrale Server laufen.
Integration in Praxissoftware
Die Integration von Videosprechstunden in bestehende Praxisverwaltungssysteme wird einfacher. Termine können direkt aus der Praxissoftware gestartet werden, die Dokumentation erfolgt am gewohnten Ort.
Mobile Nutzung
Immer mehr Patienten nehmen per Smartphone an Videosprechstunden teil. Die Technik muss das unterstützen – ohne App-Installation, mit einfachem Zugang per Link.
Regulatorische Rahmenbedingungen
Die KBV-Zertifizierung
Für die Abrechnung von Videosprechstunden über den EBM ist ein KBV-zertifizierter Anbieter erforderlich. Die Zertifizierung stellt sicher, dass technische und datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt sind.
Die Anforderungen umfassen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Server in Deutschland oder der EU, und die Einhaltung der DSGVO. MeetOne erfüllt diese Anforderungen und geht mit der Peer-to-Peer-Architektur darüber hinaus.
Mengenbegrenzungen
Die KBV begrenzt den Anteil von Videosprechstunden auf 20% der Patienten-Arzt-Kontakte. Diese Regelung soll verhindern, dass die Videosprechstunde die Präsenzmedizin verdrängt. Für die meisten Praxen ist diese Grenze kein Problem.
Entwicklung des EBM
Die Abrechnungsregeln für Telemedizin entwickeln sich weiter. Neue Leistungsziffern kommen hinzu, bestehende werden angepasst. Es lohnt sich, die aktuellen Regelungen im Blick zu behalten.
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Realistische Einschätzungen
Was Telemedizin leisten kann
- Erreichbarkeit verbessern, besonders für Patienten mit langen Anfahrtswegen
- Routinetermine effizienter gestalten
- Wartezeiten reduzieren
- Flexiblere Terminzeiten ermöglichen
- Infektionsrisiken im Wartezimmer senken
Was Telemedizin nicht leisten kann
- Körperliche Untersuchungen ersetzen
- Die Arzt-Patienten-Beziehung vollständig digitalisieren
- Alle Patientengruppen gleichermaßen erreichen
- Die Medizin grundlegend verändern
Für wen lohnt sich die Investition?
Telemedizin lohnt sich für Praxen, die:
- Einen signifikanten Anteil an Kontroll- und Beratungsterminen haben
- Patienten in ländlichen Regionen oder mit Mobilitätseinschränkungen betreuen
- Flexible Sprechzeiten anbieten wollen
- Ihre Praxisorganisation optimieren möchten
Sie lohnt sich weniger für Praxen, deren Tätigkeit primär auf körperlichen Untersuchungen und Eingriffen basiert – also typischerweise chirurgische oder interventionelle Fächer.
Fazit
Telemedizin hat ihren Platz in der ambulanten Versorgung gefunden. Sie ist keine Revolution, aber eine sinnvolle Ergänzung für bestimmte Anlässe und Patientengruppen.
Die Frage für niedergelassene Ärzte ist nicht mehr "ob", sondern "wie viel" und "wofür". Die Antwort hängt vom Fachgebiet, der Patientenstruktur und den eigenen Präferenzen ab.
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Dieser Artikel gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Telemedizin und ersetzt keine individuelle Beratung.