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TI-Messenger, KIM, Praxis-Messenger: Welcher Kanal wofür?

TI-Messenger, KIM oder Praxis-Messenger? Wer mit wem kommuniziert, was die TI-Dienste heute leisten und wo ein Praxis-Messenger den Patientenkontakt ergänzt.

TI-Messenger, KIM, Praxis-Messenger: Welcher Kanal wofür?

Seit Juli 2025 können gesetzlich Versicherte über die ePA-App ihrer Krankenkasse mit Arztpraxen chatten - sofern die Praxis mitmacht. KIM, TI-Messenger und Praxis-Messenger werden dabei oft in einen Topf geworfen, obwohl sie für unterschiedliche Kommunikationswege gebaut sind. Eine Einordnung: wer mit wem kommuniziert, was die TI-Dienste heute leisten und wo ein Praxis-Messenger im Alltag Lücken schließt.


Nicht welcher Messenger, sondern welcher Weg

Die Frage "Welchen Messenger sollen wir nutzen?" führt in vielen Praxen zu einer Grundsatzdebatte. Sie löst sich meist auf, wenn man sie anders stellt: Wer soll mit wem kommunizieren? Im Praxisalltag lassen sich drei Wege unterscheiden:

  • Praxis zu Einrichtung: Arztbriefe, Befunde und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen an Kolleginnen, Kliniken und Krankenkassen - dokumentenlastig, oft strukturiert, vielfach mit der Pflicht zum elektronischen Versand.
  • Praxis zu Praxis, kurz: die schnelle Rückfrage bei der Apotheke, beim Pflegedienst oder bei der mitbehandelnden Fachärztin, für die ein Brief zu umständlich und ein Anruf oft vergeblich ist.
  • Praxis zu Patient: Rückfragen zu Befunden, Fotos für eine Verlaufskontrolle, organisatorische Abstimmungen.

Für diese Wege gibt es unterschiedliche Werkzeuge: KIM, den TI-Messenger in mehreren Varianten und Praxis-Messenger, die Softwareanbieter außerhalb der Telematikinfrastruktur bereitstellen. Dieser Beitrag ordnet sie technisch ein. Die rechtlichen Fragen - warum WhatsApp in der Praxis problematisch ist und welche Anforderungen DSGVO und Schweigepflicht an einen Messenger stellen - behandelt unser Beitrag zu Messengern in der Arztpraxis und Datenschutz. Grundbegriffe wie Telematikinfrastruktur, ePA oder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erklärt das Telemedizin-Glossar.

KIM: die sichere E-Mail der Telematikinfrastruktur

KIM steht für "Kommunikation im Medizinwesen" und ist technisch ein E-Mail-Dienst innerhalb der Telematikinfrastruktur. Nachrichten werden Ende-zu-Ende-verschlüsselt übertragen, die Kommunikationspartner sind über ihren Praxisausweis (SMC-B) authentifiziert, und die KIM-Adressen aller Teilnehmer stehen im Verzeichnisdienst der TI. Die Praxis braucht dafür einen TI-Anschluss, einen Vertrag mit einem von der gematik zugelassenen KIM-Anbieter und ein PVS mit KIM-Modul. Für qualifiziert signierte Dokumente wie den eArztbrief kommt der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) hinzu.

Über KIM laufen vor allem Vorgänge, die das PVS ohnehin elektronisch erzeugt:

  • die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) an die Krankenkasse
  • der eArztbrief an weiterbehandelnde Praxen
  • Befunde und andere medizinische Dokumente, seit KIM 1.5 mit Anhängen bis 500 MB, sofern beide Seiten den Empfang großer Dateien aktiviert haben
  • je nach KV auch die Abrechnung und die eDMP-Dokumentation

KIM ist im Praxisalltag angekommen. Im PraxisBarometer Digitalisierung 2025 von KBV und IGES-Institut nannten 61 Prozent der Praxen KIM als Kommunikationsweg innerhalb der ambulanten Versorgung, in Hausarztpraxen waren es 80 Prozent. Das hat auch mit der Finanzierung zu tun: Für die volle monatliche TI-Pauschale müssen Praxen unter anderem KIM, eAU und eArztbrief nachweisen. Fehlt eine der geforderten Anwendungen, wird die Pauschale halbiert. Die Kosten für KIM selbst sind über die TI-Pauschale refinanziert.

Für die Patientenkommunikation ist KIM nicht vorgesehen. Die gematik stellt klar, dass Patientinnen und Patienten KIM nicht selbst nutzen können. Und als E-Mail-Dienst passt KIM eher zu abgeschlossenen Vorgängen - ein Brief, ein Befund - als zu einem schnellen Hin und Her.

TI-Messenger: der Chat für das Gesundheitswesen

Für dieses Hin und Her gibt es den TI-Messenger, kurz TIM oder TI-M. Er gehört wie KIM zur Telematikinfrastruktur, verhält sich im Alltag aber wie ein Chat. Die gematik beschreibt ihn ausdrücklich als Werkzeug für "flüchtige Kommunikation", etwa für kurze Rückfragen an eine zuweisende Einrichtung.

Wie der TI-Messenger technisch funktioniert

Der TI-Messenger basiert auf dem offenen Matrix-Protokoll. Matrix ist föderiert: Verschiedene Anbieter betreiben eigene Server, die untereinander Nachrichten austauschen - ähnlich wie bei E-Mail, allerdings mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Inhalte. Eine Praxis kann ihren TI-Messenger also bei einem beliebigen gematik-zugelassenen Anbieter beziehen und trotzdem mit einer Klinik schreiben, die einen anderen Anbieter nutzt. Die Teilnehmer finden sich über ein bundesweites Adressbuch, auf das alle zugelassenen Anbieter zugreifen.

Die gematik unterscheidet mehrere Varianten:

  • TI-M Pro für die Kommunikation zwischen Leistungserbringern und Einrichtungen, seit 2024 mit zugelassenen Produkten am Markt. Institutionen registrieren sich mit ihrer SMC-B, einzelne Ärztinnen und Ärzte mit ihrem eHBA.
  • TI-M ePA für Versicherte. Seit Juli 2025 müssen die gesetzlichen Krankenkassen den TI-Messenger in ihre ePA-Apps integrieren; einzelne Kassen haben die Funktion erst in den Wochen danach freigeschaltet.
  • TI-M Connect soll den TI-Messenger in Mehrwertanwendungen und Drittsysteme bringen, etwa für Versicherte, DiGA, Leistungserbringer und Krankenkassen. Laut Produkt-Roadmap der gematik (Stand 24.09.2026) befindet sich diese Variante noch in der Discovery-Phase, also vor der Konzeption.

Für Praxen ist der TI-Messenger freiwillig. Eine gesonderte Erstattung gibt es nicht: Nach der Festlegung des Bundesgesundheitsministeriums von 2023 sind die Kosten des TI-Messengers mit der monatlichen TI-Pauschale abgegolten. Umgekehrt wird die Pauschale nicht gekürzt, wenn eine Praxis ihn nicht nutzt. Die Lizenzpreise legen die Anbieter fest.

TI-M ePA: der Weg zum Patienten

Der Patient braucht die ePA-App seiner Krankenkasse und registriert sich dort gesondert für den Messenger. Ein Widerspruch gegen die elektronische Patientenakte schließt die Nutzung nach Angaben der gematik nicht aus. Versicherte können über TI-M ePA nicht untereinander schreiben, sondern nur Leistungserbringer und ihre Krankenkasse erreichen. Die Kommunikation mit der eigenen Kasse kommt 2026 schrittweise hinzu: Einzelne Kassen bieten sie bereits an, bei anderen steht der Start noch aus.

Erreichbar sind nur Praxen, die die Kontaktaufnahme über den TI-Messenger aktiv anbieten. Versicherte finden sie im Verzeichnis oder über einen QR-Code, vor dem ersten Austausch steht eine Chat-Einladung. Die Steuerung liegt bei der Praxis: Leistungserbringer können festlegen, dass der erste Kontakt ausschließlich von ihnen ausgeht. Nach Angaben der gematik erreichen Versicherte zum Beispiel einen Praxis-Account, den Medizinische Fachangestellte betreuen können - einzelne Ärztinnen und Ärzte sind nur direkt erreichbar, wenn sie das ausdrücklich wünschen. Wie Patienten die ePA-App einrichten und der Praxis Zugriff geben, beschreibt der Beitrag zu ePA und Videosprechstunde.

Wo der TI-Messenger heute steht

Die Nutzung wächst, bleibt aber überschaubar. Laut TI-Dashboard der gematik kommunizierten am 9. März 2026 rund 7.300 Mitarbeitende aus Einrichtungen und Institutionen über einen TI-Messenger, und knapp 255.000 Versicherte hatten sich über ihre ePA-App für den Messenger registriert, wie die Pharmazeutische Zeitung berichtete. Das Dashboard wird täglich aktualisiert, aktuelle Werte lassen sich dort direkt abrufen.

Mehrere Punkte sind offen oder noch in Arbeit:

  • Beide Seiten müssen mitmachen. Der Kanal funktioniert nur, wenn die Praxis teilnimmt und der Patient die ePA-App eingerichtet und den Messenger aktiviert hat. Solange nur ein kleiner Teil der Patienten registriert ist, bleibt der TI-Messenger für die Patientenkommunikation einer Praxis ein Nebenkanal.
  • Einbindung in die Praxissoftware. Wie eng der TI-Messenger mit dem PVS verzahnt ist, hängt vom Anbieter ab. Eine standardisierte Einbindung in Drittanwendungen soll erst TI-M Connect bringen.
  • Funktionsumfang. Weitere Ausbaustufen, etwa TI-M Pro 1.1 mit technischen Grundlagen für Automatisierung und Bots, sind laut gematik-Roadmap noch in der Spezifikation. Wann welche Funktionen in den Produkten ankommen, ist offen.

Zwischen Leistungserbringern ist der TI-Messenger damit ein interoperabler, aber noch dünn besetzter Kanal. Für die Patientenkommunikation ist er angelegt, erreicht in den meisten Praxen aber noch keinen nennenswerten Teil der Patienten.

Praxis-Messenger: der direkte Draht zu den eigenen Patienten

Praxis-Messenger sind Nachrichtenfunktionen, die Softwareanbieter außerhalb der Telematikinfrastruktur bereitstellen, oft als Teil einer Plattform für Terminbuchung und Videosprechstunde. Sie haben keine gematik-Zulassung und kein bundesweites Verzeichnis, ihre Reichweite endet bei den Patienten der eigenen Praxis. Dafür hängen sie nicht davon ab, ob ein Patient die ePA-App seiner Krankenkasse eingerichtet hat oder bei welcher Kasse er versichert ist. Er braucht lediglich ein Konto beim jeweiligen Anbieter.

Das hat zwei Seiten. Für die Praxis ist der Kanal sofort nutzbar, ohne dass erst eine kritische Masse registrierter Versicherter erreicht sein muss. Für den Patienten ist es ein weiteres Konto, und zwischen verschiedenen Praxis-Messengern gibt es keine Interoperabilität: Wer in drei Praxen mit drei verschiedenen Lösungen in Behandlung ist, hat drei Postfächer. Wie gut ein Praxis-Messenger die Daten schützt, hängt allein von der Umsetzung des Anbieters ab, eine übergreifende Prüfinstanz wie die gematik-Zulassung gibt es nicht. Umso wichtiger sind die Fragen an den Anbieter nach Verschlüsselung, Serverstandort und Auftragsverarbeitung.

Am Beispiel MeetOne Messenger

Der MeetOne Messenger ist ein solcher Praxis-Messenger und als Bundle erhältlich. Er ist für asynchrone Nachrichten zwischen Praxis und Patient gebaut:

  • Der Patient schreibt über sein MeetOne-Konto im Bereich "Nachrichten" und kann die erste Nachricht selbst senden. Eine App-Installation ist nicht nötig.
  • Pro Patient gibt es genau eine fortlaufende Unterhaltung. Anhänge sind bis 25 MB je Datei möglich, etwa Bilder, PDF- oder Word-Dokumente.
  • Über neue Nachrichten informiert eine E-Mail ohne Nachrichteninhalt, gelesen wird im Konto.
  • Das Team arbeitet in einer gemeinsamen Fallansicht mit den Filtern Alle, Meine und Offene Fälle. Der Hinweis "In Bearbeitung durch ..." verhindert, dass zwei Personen gleichzeitig antworten. Mit der Antwort gilt eine Unterhaltung als erledigt und öffnet sich wieder, sobald der Patient schreibt.
  • Unterhaltungen lassen sich zeitlich begrenzt sperren.
  • Je nach Tarif lässt sich eine Nachricht direkt in einen Eintrag der Patientenakte umwandeln, Anhänge lassen sich in das Patientenjournal übernehmen.

Ergänzend verschickt die Praxis mit "Sichere Dokumente" einzelne vertrauliche Dokumente, auch an Dritte ohne MeetOne-Konto: einmaliger Abruf, zeitlich begrenzter Zugriff, Audit-Verlauf, der Link lässt sich widerrufen und neu ausstellen. Über den "Sicheren Eingang" senden Dritte bis zu zehn Dateien an die Praxis, deren Dateityp anhand der tatsächlichen Bytes geprüft wird; der Absender erhält eine Eingangsbestätigung.

Der MeetOne Messenger ist kein TI-Messenger. Er hat keine gematik-Zulassung, ist weder an KIM noch an die ePA oder ein PVS angebunden und ersetzt keinen dieser Dienste - für eAU und eArztbrief bleibt KIM der vorgesehene Weg. Ein interner Team-Chat ist er ebenfalls nicht: Die Zusammenarbeit läuft über die gemeinsame Fallansicht der Patientenunterhaltungen. Für Notfälle ist der Messenger nicht gedacht. Seinen Platz hat er dort, wo die TI-Dienste bisher nur einen kleinen Teil der Patienten erreichen: Die Praxis kann ihn sofort mit ihren Patienten nutzen, unabhängig von Krankenkasse, ePA-App und Registrierung für den TI-Messenger. Der Patient braucht dafür nur ein MeetOne-Konto, keine App-Installation, und kann die Unterhaltung selbst beginnen. Derzeit arbeitet MeetOne an einem Zugang ohne eigenes Konto: Zugeordnet wird er voraussichtlich über die E-Mail-Adresse des Patienten, freigeschaltet mit einem Einmalcode per SMS.

Bei der Verschlüsselung unterscheiden sich Videosprechstunde und Messenger. Die Videosprechstunde von MeetOne läuft Peer-to-Peer und ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, MeetOne hat keinen Zugriff auf Bild, Ton oder Chat im Anruf. Für den Messenger gilt ein anderes Modell: Die Übertragung ist TLS-verschlüsselt, die Daten liegen in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland bzw. der EU (das primäre Rechenzentrum ist nach ISO/IEC 27001 und BSI C5:2020 Typ 2 zertifiziert), und MeetOne verarbeitet sie als Auftragsverarbeiter auf Grundlage eines AVV. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wie sie TI-Messenger und KIM vorsehen, bietet der Messenger derzeit nicht; MeetOne arbeitet daran, sie umzusetzen. Was dieser Unterschied technisch bedeutet, erklärt der Beitrag zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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Welcher Kanal wofür: die Übersicht

KIM TI-Messenger Praxis-Messenger (z. B. MeetOne)
Wer mit wem Praxen, Kliniken, Apotheken, Krankenkassen und KVen untereinander, keine Patienten TI-M Pro: Leistungserbringer untereinander; TI-M ePA: Versicherte mit Praxen und Kassen Praxis mit den eigenen Patienten
Charakter E-Mail für abgeschlossene Vorgänge Chat für kurze Rückfragen Asynchrone Nachrichten mit Fallbearbeitung im Team
Identität und Zulassung SMC-B, eHBA für die Signatur; gematik-zugelassene Anbieter SMC-B oder eHBA; Versicherte über die ePA-App; gematik-zugelassene Anbieter Konto beim Anbieter; keine gematik-Zulassung, AVV mit dem Anbieter
Typische Inhalte eAU, eArztbrief, Befunde, Abrechnung Rückfragen, Abstimmungen, Bilder und Dateien Rückfragen zu Befunden, Fotos, Dokumente, Organisatorisches
Verbreitung Von 61 % der Praxen genannt (PraxisBarometer 2025), Nachweis für die TI-Pauschale Freiwillig; März 2026: rund 7.300 Mitarbeitende aus Einrichtungen, knapp 255.000 registrierte Versicherte Abhängig von der einzelnen Praxis
Voraussetzungen TI-Anschluss, KIM-Modul im PVS, Vertrag mit KIM-Anbieter Praxis: SMC-B, Vertrag mit TI-M-Anbieter; Patient: ePA-App und Registrierung Praxis: Vertrag mit dem Anbieter; Patient: Konto beim Anbieter
Verschlüsselung Ende-zu-Ende Ende-zu-Ende Je nach Anbieter; bei MeetOne TLS und Hosting in DE/EU

Was heißt das praktisch?

In den meisten Praxen geht es nicht um den einen richtigen Kanal, sondern um eine sinnvolle Arbeitsteilung:

  • eAU und eArztbrief laufen über KIM, direkt aus dem PVS. Hier gibt es keine Wahl, und das hat Vorteile: Die Formate sind standardisiert und landen beim Empfänger im richtigen System.
  • Die kurze Rückfrage an Apotheke, Pflegedienst oder Kollegin ist der Kernfall für TI-M Pro - vorausgesetzt, die Gegenseite ist ebenfalls angebunden. Ist sie es nicht, bleibt es beim Telefon oder bei KIM.
  • Die Rückfrage eines Patienten zum Befund, das Foto einer Wunde für die Verlaufskontrolle, die Nachfrage zur Medikation: Hier kommen TI-M ePA und Praxis-Messenger in Frage. Welcher Kanal im Alltag trägt, hängt vor allem davon ab, wie viele Patienten der Praxis ihn tatsächlich nutzen können.
  • Ein Dokument an einen Empfänger ohne KIM-Adresse, etwa an den Patienten selbst, lässt sich über einen Praxis-Messenger oder eine Funktion wie "Sichere Dokumente" übermitteln.
  • Notfälle gehören in keinen dieser Kanäle. Eine Nachricht wird erst gelesen, wenn jemand im Team sie öffnet - Telefon, 116117 oder 112 ersetzt sie nicht.

Mehr Kanäle bedeuten allerdings auch mehr Postfächer. Wer KIM, TI-Messenger und einen Praxis-Messenger parallel betreibt, sollte im Team festlegen, wer welchen Eingang wann prüft und welcher Kanal für welche Anliegen gedacht ist - und das den Patienten ebenso klar mitteilen. Welche Anwendungsfälle sich in der Patientenkommunikation per Messenger bewährt haben und welche Regeln im Team helfen, dazu erscheint in Kürze ein eigener Beitrag.

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Die drei Kanäle auf einen Blick

  • KIM ist die sichere E-Mail der TI für eAU, eArztbrief und Befunde zwischen Einrichtungen - Patienten können KIM nicht nutzen
  • Der TI-Messenger ist ein freiwilliger, Ende-zu-Ende-verschlüsselter Chat; Versicherte erreichen teilnehmende Praxen seit Juli 2025 über die ePA-App
  • Die Nutzung durch Versicherte ist bislang überschaubar, eine standardisierte Einbindung in Drittanwendungen steht noch aus
  • Praxis-Messenger wie der MeetOne Messenger verbinden die Praxis mit den eigenen Patienten, unabhängig von ePA-App und Krankenkasse - ohne gematik-Zulassung und ohne TI-Anbindung
  • Die Kanäle ergänzen sich; entscheidend sind klare Zuständigkeiten im Team
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Fazit

KIM, TI-Messenger und Praxis-Messenger konkurrieren weniger miteinander, als die Debatte vermuten lässt. KIM ist für den dokumentenbasierten Austausch zwischen Einrichtungen gesetzt. Der TI-Messenger bietet einen interoperablen Chat für Leistungserbringer und öffnet sich schrittweise für Versicherte, wird dort bislang aber nur von wenigen genutzt. Ein Praxis-Messenger erreicht die eigenen Patienten schon heute ohne TI-Voraussetzungen auf Patientenseite, bringt dafür aber weder gematik-Zulassung noch Interoperabilität mit. Welche Kombination passt, hängt davon ab, mit wem eine Praxis tatsächlich wie oft kommuniziert.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle technische oder rechtliche Beratung. Den jeweils aktuellen Stand der TI-Anwendungen veröffentlichen die gematik und die Kassenärztlichen Vereinigungen.